Nachhaltigkeitsbericht 2025: nachhaltige Logistik bei Spedimar

Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, die Umweltbelastung zu verringern. Sie bedeutet auch, Menschen wertzuschätzen, die Verbindung zur Region zu stärken, betriebliche Prozesse zu verbessern und transparente Beziehungen zu Kunden, Partnern und Lieferanten aufzubauen.
Mit der Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichts 2025 zeigt Spedimar ihren Weg hin zu einem immer verantwortungsvolleren Wachstumsmodell, das wirtschaftliche Ergebnisse, Umweltbewusstsein und gesellschaftlichen Mehrwert miteinander verbindet.
Der Bericht wurde nach dem von der SUPSI entwickelten Modell erstellt, das von der Handelskammer des Kantons Tessin (Camera di commercio, dell’industria, dell’artigianato e dei servizi del Cantone Ticino) mit Unterstützung der Abteilung Wirtschaft des DFE gefördert wird.

Ein ganzheitlicher Blick auf Nachhaltigkeit in der Logistik
Für Spedimar bedeutet Nachhaltigkeit in der Logistik, vier grundlegende Dimensionen gemeinsam zu betrachten:
Schutz der Umwelt;
Wohlbefinden und Entwicklung der Mitarbeitenden;
Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft;
Transparenz und Qualität in der Unternehmensführung.
Dieser Ansatz beruht auf der Überzeugung, dass ein nachhaltiges Unternehmen langfristig Werte schaffen muss – nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Menschen und Anspruchsgruppen, mit denen es täglich in Beziehung steht.
Ziel ist es daher, über die einzelne Sendung hinauszudenken und eine effizientere, innovativere und verantwortungsvollere Logistik zu entwickeln.

Menschen, Weiterbildung und Wohlbefinden im Unternehmen
Die Menschen sind eines der zentralen Elemente auf dem Nachhaltigkeitsweg von Spedimar. Im Jahr 2025 zählte das Unternehmen 29 Mitarbeitende, davon 27 mit unbefristetem Arbeitsvertrag und 2 Lernende. Besonderes Augenmerk gilt der Beschäftigungssicherheit, der Sicherheit am Arbeitsplatz, der organisatorischen Flexibilität und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Im Laufe des Jahres wurden 268 Weiterbildungsstunden durchgeführt, mit einer Gesamtinvestition von über CHF 10’000. Die Kurse deckten verschiedene Bereiche ab, darunter Sicherheit, Sprachen, interne Abläufe, rechtliche Aspekte und Sendungsabwicklung.
Zu den Massnahmen für die Mitarbeitenden gehören ausserdem betriebliche Sozialleistungen, die Möglichkeit von Homeoffice für geeignete Tätigkeiten, eine flexible Handhabung von Überstunden sowie ein Bonus- und Anerkennungssystem, das an Ergebnisse und Leistung gekoppelt ist.
In Kompetenzen zu investieren heisst, die Servicequalität zu verbessern und den Menschen zugleich konkrete Chancen für ihre berufliche Entwicklung zu bieten.


Eine umweltbewusstere Logistik
Die Transport- und Logistikbranche verursacht unweigerlich Umweltauswirkungen durch Energieverbrauch, Treibstoffeinsatz und Emissionen.
Deshalb hat Spedimar einen Prozess zur Überwachung und Verbesserung ihrer Umweltleistung gestartet, mit Schwerpunkt auf effizienten Transporten, dem Management des Verbrauchs und der Vermeidung von Verschwendung.
2025 wurde die Umstellung auf eine Fahrzeugflotte abgeschlossen, die vollständig den EURO-6-Normen oder gleichwertigen Umweltkategorien entspricht. Die Erneuerung der Flotte steigert die betriebliche Effizienz und senkt die Schadstoffemissionen der Transporttätigkeit.
Das Unternehmen fördert ausserdem:
die Abfalltrennung;
die Verwendung von Recyclingpapier;
die Überwachung des Energieverbrauchs;
die Analyse der Umweltauswirkungen einzelner Strecken;
die interne Sensibilisierung für Nachhaltigkeitsthemen.
Der Bericht enthält zudem eine erste Schätzung des ökologischen Fussabdrucks für sechs repräsentative Strecken mit insgesamt geschätzt 271 Sendungen pro Jahr. Diese Analyse bildet eine nützliche Grundlage, um die Datenqualität schrittweise zu verbessern und neue Möglichkeiten zur Optimierung der Transporte zu erkennen.


Digitalisierung und Ziel „papierlos“
Eines der wichtigsten Ziele auf dem Umweltweg von Spedimar ist die Digitalisierung der Prozesse.
Das Unternehmen strebt an, bis 2028 vollständig auf Papier zu verzichten.
Papierlos zu werden bedeutet nicht nur, weniger Ressourcen zu verbrauchen. Die Digitalisierung beschleunigt auch die operativen Abläufe, verbessert das Informationsmanagement, reduziert Fehler und macht die Unternehmensprozesse effizienter und besser nachvollziehbar. Technologie und Nachhaltigkeit werden so zu zwei sich ergänzenden Elementen eines Innovationsprozesses, der die gesamte Organisation umfasst.


Soziale Verantwortung und Verbundenheit mit der Region
Die Nachhaltigkeit von Spedimar umfasst auch ein starkes Engagement für die lokale Gemeinschaft.
Im Jahr 2025 unterstützte das Unternehmen soziale, sportliche und bildungsbezogene Initiativen und arbeitete dabei mit Vereinen, Schulen und Organisationen aus der Region zusammen.
Dazu gehören die Unterstützung der Associazione Fibrosi Cistica Ticinese (Tessiner Verein für Cystische Fibrose), das Sponsoring des Frauenteams des SC Balerna sowie die Zusammenarbeit mit Spedlogswiss bei der Ausbildung der Lernenden.
Spedimar organisiert zudem Informations- und Schnuppertage für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe (scuole medie) und des Centro Professionale Commerciale in Chiasso und gibt jungen Menschen so die Möglichkeit, die Welt der Logistik, der Spedition und der Zolltätigkeit aus der Nähe kennenzulernen.
Diese Initiativen bekräftigen den Willen, zur Entwicklung der Region beizutragen und konkrete Chancen für die jungen Generationen zu schaffen.


Governance, Qualität und Beziehungen zu den Anspruchsgruppen
Nachhaltiges Wachstum erfordert auch eine solide, transparente und auf kontinuierliche Verbesserung ausgerichtete Unternehmensführung.
Die Werte, auf denen die Tätigkeit von Spedimar beruht, sind Ehrlichkeit, Organisation, Ehrgeiz, Leidenschaft und Methodik. Diese Grundsätze prägen die Beziehungen zu Mitarbeitenden, Kunden, Partnern und Lieferanten.
Das Unternehmen hat ausserdem 2023 die AEO-Zertifizierung und 2025 die Zertifizierung nach ISO 9001 erhalten.
Die ISO-9001-Zertifizierung ist ein weiterer Schritt hin zur Standardisierung der Prozesse, zur Leistungsmessung und zur kontinuierlichen Verbesserung der Servicequalität.
Auch die Auswahl der Lieferanten erfolgt nach strukturierten Kriterien, die nicht nur wirtschaftliche und technische Aspekte berücksichtigen, sondern auch Zuverlässigkeit, Konformität, Ethik und Nachhaltigkeit.


Die Ziele der kommenden Jahre
Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 ist nicht nur eine Momentaufnahme der umgesetzten Aktivitäten, sondern auch ein Ausgangspunkt für die nächsten Ziele.
Zu den wichtigsten Zielen, die Spedimar festgelegt hat, gehören:
stärkerer Einbezug der Anspruchsgruppen in Entscheidungsprozesse bis 2026;
Entwicklung eines strukturierten Plans zur Emissionsreduktion in den Jahren 2026–2027;
Erlangung der IATA-Zertifizierung bis 2027;
Begleitung einer bzw. eines Lernenden bis zum Abschluss der Ausbildung bis 2027;
vollständiger Verzicht auf Papier bis 2028.
Diese Ziele zeigen den Willen, Nachhaltigkeit, Innovation und Unternehmenswachstum immer stärker miteinander zu verbinden.

Ein konkretes Engagement für die Zukunft der Logistik
Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 steht für das Engagement von Spedimar für mehr Transparenz und einen Weg der kontinuierlichen Verbesserung.
Tätigkeiten zu messen, Ergebnisse zu kommunizieren und konkrete Ziele festzulegen bedeutet, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen und sich auf die künftigen Herausforderungen der Logistikbranche vorzubereiten.
Für Spedimar bedeutet Nachhaltigkeit, weiterhin Waren zu bewegen und Märkte zu verbinden und dabei zugleich die Menschen, die Region und die Qualität der angebotenen Dienstleistungen wachsen zu lassen.
Nicht nur ein Dienstleister, sondern Ihr Partner.

FAQ
Was ist der Nachhaltigkeitsbericht von Spedimar?
Es ist das Dokument, in dem Spedimar ihre Aktivitäten, Ergebnisse und Ziele in den Bereichen Umwelt, Soziales, Wirtschaft und Governance darlegt.
Welche Umweltinitiativen hat Spedimar umgesetzt?
Zu den wichtigsten Initiativen gehören die Erneuerung der Flotte nach den EURO-6-Normen, die Überwachung des Verbrauchs, die Abfalltrennung, die Verwendung von Recyclingpapier und erste Analysen zu den Umweltauswirkungen der Transporte.
Welche Ziele verfolgt Spedimar für die Zukunft?
Zu den wichtigsten Zielen gehören die Reduktion der Emissionen, eine stärkere Digitalisierung der Prozesse, der Einbezug der Anspruchsgruppen und das Ziel, bis 2028 papierlos zu arbeiten.

Sammelgut oder Komplettladung? So wählen Sie richtig

Wenn ein Gütertransport auf der Strasse organisiert werden muss, betrifft eine der ersten Entscheidungen die Versandart: Ist ein Sammelguttransport die bessere Wahl, oder sollte man eine Komplettladung buchen?

Die Antwort hängt hauptsächlich vom Warenvolumen, von den Lieferfristen, vom verfügbaren Budget und von den Eigenschaften der Ladung ab.

Die falsche Lösung zu wählen, kann höhere Kosten als nötig, längere Lieferzeiten oder mehr Umschläge der Ware bedeuten.

In diesem Leitfaden zeigen wir die Unterschiede zwischen Groupage, Sammelgut, LTL-Transport und Komplettladung (FTL), erklären, wann sich welche Lösung lohnt, und warum die Zollabwicklung bei Sendungen zwischen Italien und der Schweiz besonders wichtig ist.

Was ist ein Sammelguttransport?

Das Groupage, auch Sammelgut oder LTL-Transport – Less Than Truckload genannt, ist eine Transportart, bei der die Waren mehrerer Kunden gebündelt und auf dasselbe Fahrzeug verladen werden.

Jeder Kunde bezahlt nur den Platz, den seine Sendung tatsächlich belegt, statt die Kosten für einen ganzen Lastwagen zu tragen.

Der Preis kann anhand verschiedener Parameter berechnet werden, darunter:

  • Anzahl Packstücke;
  • Anzahl und Art der Paletten;
  • tatsächliches Gewicht;
  • Volumengewicht;
  • belegte Lademeter;
  • Abhol- und Lieferort.

Sammelgut eignet sich besonders für alle, die kleine Warenmengen – etwa eine oder mehrere Paletten – versenden müssen, ohne genügend Volumen für ein ganzes Fahrzeug zu haben.

Wie funktioniert eine Sammelgutsendung?

Die Ware wird in der Regel beim Absender abgeholt und in einen Logistik-Hub gebracht, wo sie mit anderen Sendungen für dieselbe Zielregion konsolidiert wird.

Anschliessend werden die Waren aufgeteilt und an die jeweiligen Bestimmungsorte weitergeleitet.

Diese Organisation ermöglicht es, den verfügbaren Laderaum optimal zu nutzen und die Transportkosten für jeden einzelnen Kunden zu senken.

Die mehrfachen Umschlagphasen können jedoch Folgendes mit sich bringen:

  • etwas längere Lieferzeiten;
  • eine grössere Anzahl Umschläge;
  • die Notwendigkeit einer geeigneten Verpackung;
  • mehr Sorgfalt bei Transport- und Zolldokumenten.

Was ist eine Komplettladung (FTL)?

Bei der Komplettladung, auch FTL-Transport – Full Truckload genannt, wird das Fahrzeug exklusiv von einem einzigen Kunden genutzt.

Die Ware wird am Abgangsort verladen und direkt zum Bestimmungsort befördert, ohne mit Sendungen anderer Absender konsolidiert zu werden.

Die Komplettladung eignet sich, wenn:

  • die Ware den ganzen oder fast den ganzen Lastwagen füllt;
  • die Lieferung dringend ist;
  • die Ladung empfindlich oder von hohem Wert ist;
  • Umschläge auf ein Minimum reduziert werden müssen;
  • der Kunde mehr Kontrolle über die Route wünscht;
  • genaue Lieferzeitfenster vorgesehen sind.

Im Vergleich zum Sammelgut bietet der FTL-Transport in der Regel kürzere Laufzeiten und eine bessere Planbarkeit, da das Fahrzeug keine Zwischenschritte für Konsolidierung und Verteilung durchlaufen muss.

Was ist eine Teilladung?

Zwischen Sammelgut und Komplettladung gibt es auch eine Zwischenlösung: die Teilladung, oft als PTL – Partial Truckload bezeichnet.

Diese Variante eignet sich für Sendungen, die einen erheblichen Teil des Fahrzeugs belegen, aber nicht genug, um die Buchung eines ganzen Lastwagens wirtschaftlich zu rechtfertigen.

Die Teilladung kann ein guter Kompromiss sein zwischen:

  • Kosten;
  • Transitzeiten;
  • belegtem Laderaum;
  • Anzahl Umschläge.

Ob sie sich lohnt, ist im Einzelfall zu prüfen, indem man die Kosten für Sammelgut mit jenen eines eigenen Fahrzeugs vergleicht.

Unterschied zwischen Sammelgut und Komplettladung

Der Hauptunterschied liegt in der Nutzung des Fahrzeugs.

Beim Sammelgut wird der Laderaum mit anderen Kunden geteilt, bei der Komplettladung steht der Lastwagen vollständig einer einzigen Sendung zur Verfügung.

MerkmalSammelgut / LTLKomplettladung / FTL
Nutzung des FahrzeugsGeteilt mit anderen SendungenExklusiv
Ideal fürWenige Packstücke oder PalettenGrosse Volumen
KostenBerechnet nach belegtem LaderaumBerechnet für das ganze Fahrzeug
LieferzeitenIn der Regel längerIn der Regel kürzer
UmschlägeMehrWeniger
RouteKann über Zwischen-Hubs führenDirekt
FlexibilitätHoch bei kleinen MengenHoch bei Eilaufträgen und grossen Ladungen
Risiko durch HandlingHöherGeringer

Wann lohnt sich Sammelgut?

Sammelgut ist in der Regel die günstigste Lösung, wenn die Sendung Folgendes umfasst:

  • eine begrenzte Anzahl Packstücke;
  • eine oder wenige Paletten;
  • nicht besonders dringende Ware;
  • Volumen, die nicht ausreichen, um einen Lastwagen zu füllen;
  • regelmässige Lieferungen kleiner Mengen.

Der wirtschaftliche Hauptvorteil besteht darin, nur den tatsächlich genutzten Laderaum zu bezahlen.

So wäre es beispielsweise normalerweise wenig wirtschaftlich, eine einzelne Palette mit einem eigenen Lastwagen zu versenden. Im Sammelguttransport werden die Fahrzeugkosten dagegen auf mehrere Kunden verteilt.

Sammelgut eignet sich daher besonders für Unternehmen, die regelmässig, aber in kleinen Mengen versenden.

Wann lohnt sich eine Komplettladung?

Die Komplettladung ist in der Regel vorzuziehen, wenn:

  • die Warenmenge das Fahrzeug ganz oder fast ganz füllt;
  • die Kosten pro Palette im Sammelgut sich jenen eines ganzen Lastwagens annähern;
  • die Lieferung rasch erfolgen muss;
  • die Ware zerbrechlich, empfindlich oder von hohem Wert ist;
  • genaue Lieferfristen und -zeiten verlangt werden;
  • Umschläge über Logistik-Hubs vermieden werden sollen;
  • die Ladung nicht zusammen mit anderen Waren befördert werden kann.

Mit zunehmendem Volumen kann die Komplettladung kosteneffizienter werden als Sammelgut.

In solchen Fällen sollte man nicht nur den Gesamtpreis vergleichen, sondern vor allem die Kosten pro transportierter Einheit, etwa pro Palette, pro Tonne oder pro Lademeter.

Vier Faktoren, die Sie vor der Wahl prüfen sollten

1. Volumen und Gewicht der Ware

Das Volumen ist oft der erste Punkt, den es zu berücksichtigen gilt.

Bei wenigen Packstücken oder Paletten lohnt sich in der Regel Sammelgut. Belegt die Ware hingegen einen wesentlichen Teil des Fahrzeugs, empfiehlt sich ein Vergleich der Sammelgutkosten mit jenen einer Komplettladung.

Neben dem tatsächlichen Gewicht ist auch das Volumengewicht zu berücksichtigen. Leichte, aber sehr sperrige Ware kann nämlich viel Platz auf dem Lastwagen beanspruchen.

2. Lieferzeiten

Die Komplettladung bietet normalerweise kürzere Transitzeiten, weil die Ware direkt vom Absender zum Empfänger befördert wird.

Sammelgut erfordert dagegen Konsolidierung, Umschlag und Verteilung.

Ist die Lieferung an einen festen Termin gebunden, kann ein Direkttransport mehr Sicherheit bieten.

3. Empfindlichkeit und Wert der Ladung

Jeder zusätzliche Umschlag erhöht das Risiko von Stössen, Fehlern oder Beschädigungen.

Für zerbrechliche, empfindliche, übergrosse oder hochwertige Waren kann die Komplettladung die vorsichtigere Lösung sein, weil sie die Zahl der Umschläge reduziert.

Sammelgut bleibt dennoch eine sichere Transportart – vorausgesetzt, die Ware ist korrekt verpackt und wird einem gut organisierten Logistikdienstleister anvertraut.

4. Verfügbares Budget

Bei kleinen Mengen ist Sammelgut in der Regel günstiger, weil der Kunde nur den genutzten Laderaum bezahlt.

Mit steigenden Volumen kann die Komplettladung jedoch wirtschaftlicher werden. Wird ein Lastwagen gefüllt, verteilen sich die Transportkosten auf eine grössere Anzahl Paletten oder Packstücke.

Sammelgut Italien–Schweiz: Warum der Zoll entscheidend ist

Bei Sendungen zwischen Italien und der Schweiz lässt sich die Wahl zwischen Sammelgut und Komplettladung nicht allein unter dem Gesichtspunkt des Transports beurteilen.

Die Schweiz ist nicht Teil der Europäischen Union, deshalb muss jede kommerzielle Sendung von den Dokumenten begleitet werden, die für Einfuhr, Ausfuhr oder Transit erforderlich sind.

Bei einer Komplettladung betrifft die Zollabwicklung in der Regel eine begrenzte Zahl von Beteiligten und Dokumenten.

Im Sammelguttransport hingegen können sich auf demselben Fahrzeug Sendungen verschiedener Absender und Empfänger befinden, jede mit:

  • eigenen Handelsrechnungen;
  • unterschiedlichen Zolltarifierungen;
  • unterschiedlichen Werten und Ursprüngen;
  • Aus- und Einfuhrdokumenten;
  • allfälligen Bewilligungen oder Zertifikaten.

Ein fehlendes Dokument, eine falsche Tarifierung oder eine unvollständige Angabe können die Abläufe verlangsamen und sich in manchen Fällen auf den gesamten Transport auswirken.

Deshalb ist es wichtig, auf einen Spediteur zu setzen, der sowohl den Transport als auch die Verzollung koordinieren kann.

Die Vorteile eines einzigen Partners für Transport und Zoll

Werden Transport und Zollabwicklung getrennt organisiert, kann das zu Verzögerungen, Missverständnissen und Informationsbrüchen zwischen verschiedenen Dienstleistern führen.

Mit einem einzigen Ansprechpartner können Sie dagegen:

  • die Dokumente vorab prüfen;
  • die Abholung mit der Eröffnung der Zollabfertigung abstimmen;
  • das Fehlerrisiko senken;
  • allfällige Unregelmässigkeiten schneller bearbeiten;
  • die Sendung in jeder Phase verfolgen;
  • die Kommunikation zwischen Absender und Empfänger vereinfachen.

Bei Sendungen über die Grenze zwischen Italien und der Schweiz ist die Koordination von Logistik und Zoll oft entscheidend, um die Lieferfristen einzuhalten.

Dank ihres Standorts in Chiasso arbeitet Spedimar direkt an einem der wichtigsten Handelsknotenpunkte zwischen den beiden Ländern und bietet integrierte Unterstützung für Transport, internationale Spedition und Zollabwicklung.

Was kostet ein Sammelguttransport?

Die Kosten einer Sammelgutsendung hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Anzahl Paletten oder Packstücke;
  • Abmessungen der Ware;
  • tatsächliches Gewicht und Volumengewicht;
  • belegte Lademeter;
  • Distanz zwischen Abholung und Zustellung;
  • Häufigkeit der Verbindungen;
  • allfällige Gefahrgüter;
  • Bedarf an einer Hebebühne;
  • gewünschte Versicherung;
  • Zollformalitäten;
  • allfällige Wartezeiten.

Ein verlässlicher Preis lässt sich daher nicht festlegen, ohne die Eigenschaften der Sendung zu kennen.

Für eine genaue Offerte sollten Sie von Anfang an Gewicht, Abmessungen, Adressen, Warenart sowie die Bedingungen für Be- und Entladung angeben.

Was kostet eine Komplettladung?

Die Kosten einer Komplettladung hängen hauptsächlich ab von:

  • der zu fahrenden Strecke;
  • dem Fahrzeugtyp;
  • den Kilometern;
  • den Strassengebühren und Mauten;
  • der Verfügbarkeit von Fahrzeugen;
  • den Lade- und Entladezeiten;
  • allfälligen Standzeiten;
  • der Warenart;
  • den Zollformalitäten;
  • allfälligen Express- oder Direktlieferungen.

Auch wenn der Gesamtpreis eines ganzen Lastwagens höher ist als jener einer kleinen Sammelgutsendung, können die Stückkosten tiefer ausfallen, wenn das Fahrzeug effizient ausgelastet wird.

Welche Angaben braucht es für eine Offertanfrage?

Um rasch zu klären, ob sich Sammelgut oder eine Komplettladung lohnt, braucht es einige grundlegende Informationen:

  • Abgangsort und -land;
  • Bestimmungsort und -land;
  • Anzahl Packstücke oder Paletten;
  • Abmessungen;
  • Bruttogewicht;
  • Warenart;
  • Handelswert;
  • Abholdatum;
  • gewünschtes Lieferdatum;
  • Vorhandensein von Gefahrgut;
  • Bedarf an einer Hebebühne;
  • Verfügbarkeit eines Gabelstaplers;
  • allfällige zollrechtliche Anforderungen.

Vollständige Angaben ermöglichen es dem Spediteur, die effizienteste Lösung zu finden und spätere Preisänderungen oder betriebliche Verzögerungen zu vermeiden.

So bereiten Sie Ware für den Sammelguttransport richtig vor

Da Sammelgut mehrere Umschläge mit sich bringen kann, kommt der Verpackung eine zentrale Rolle zu.

Empfehlenswert ist:

  • intakte, für das Gewicht geeignete Paletten verwenden;
  • die Ware auf der Palette sichern;
  • Stretchfolie oder Umreifungsbänder verwenden;
  • Ecken und vorstehende Teile schützen;
  • instabile Packstücke vermeiden;
  • gut lesbare Etiketten anbringen;
  • zerbrechliche Ware klar kennzeichnen;
  • prüfen, ob die Dokumente mit der tatsächlich verladenen Ware übereinstimmen.

Eine korrekte Verpackung schützt den Inhalt und erleichtert Umschlag und Identifikation in den Logistikterminals.

Häufige Fragen zu Sammelgut und Komplettladung

Was ist der Unterschied zwischen Groupage und Sammelgut?

Es gibt keinen wesentlichen Unterschied. Groupage ist der internationale Begriff, Sammelgut der im deutschen Sprachraum übliche Begriff (auf Italienisch „collettame“) für den Transport kleiner Sendungen, die auf demselben Fahrzeug gebündelt werden.

Auf Englisch wird diese Transportart üblicherweise als LTL bezeichnet, also Less Than Truckload.

Was ist der Unterschied zwischen LTL und FTL?

LTL steht für Less Than Truckload und bezeichnet eine Sendung, die nur einen Teil des Lastwagens belegt.

FTL steht für Full Truckload und bezeichnet ein Fahrzeug, das vollständig von einem einzigen Kunden genutzt wird.

Kann ich eine einzelne Palette in die Schweiz versenden?

Ja. Der Versand einer einzelnen Palette ist einer der häufigsten Fälle, in denen sich Sammelgut lohnt.

Die Kosten werden nach dem belegten Laderaum berechnet, ohne dass ein ganzer Lastwagen gebucht werden muss.

Ist Sammelgut weniger sicher als eine Komplettladung?

Sammelgut ist nicht zwingend weniger sicher, bringt aber in der Regel mehr Umschläge mit sich.

Die Sicherheit hängt von der Qualität der Verpackung, der Organisation der Hubs und der Zuverlässigkeit des Logistikdienstleisters ab.

Ist eine Komplettladung immer schneller?

In der Regel ja, weil das Fahrzeug direkt vom Ladeort zum Bestimmungsort fährt.

Die Laufzeiten können dennoch von Distanz, Fahrzeugverfügbarkeit, Lieferzeitfenstern, Verkehr und Zollformalitäten abhängen.

Wer kümmert sich um die Verzollung?

Die Verzollung kann von einem Zolldienstleister übernommen werden, der vom Absender oder vom Empfänger beauftragt wird.

Werden Transport und Zoll jedoch demselben Spediteur anvertraut, lassen sich die Abläufe besser koordinieren und das Risiko von Verzögerungen an der Grenze senken.

Lassen sich Sammelgut und Expresszustellung kombinieren?

Ja, auf einigen Strecken gibt es Sammelgutdienste mit häufigen Abfahrten oder garantierten Laufzeiten.

Bei besonders hoher Dringlichkeit kann es jedoch sinnvoller sein, ein eigenes Fahrzeug oder einen Expressdienst zu wählen.

Sammelgut oder Komplettladung: Was ist die richtige Wahl?

Es gibt keine Transportart, die grundsätzlich besser ist. Die richtige Wahl hängt von den Eigenschaften der jeweiligen Sendung ab.

Sammelgut ist in der Regel besser geeignet, wenn:

  • die Volumen gering sind;
  • die Ware konsolidiert werden kann;
  • die Fristen relativ flexibel sind;
  • die Kosten optimiert werden sollen.

Die Komplettladung ist dagegen vorzuziehen, wenn:

  • das Volumen gross ist;
  • die Lieferung dringend ist;
  • die Ware zerbrechlich oder wertvoll ist;
  • Umschläge reduziert werden sollen;
  • mehr Kontrolle über die Fristen nötig ist.

Bei Sendungen zwischen Italien und der Schweiz ist zudem die Zollabwicklung entscheidend. Eine gute Planung der Dokumente und eine wirksame Koordination von Transport und Verzollung können den Unterschied zwischen einer reibungslosen Lieferung und einem Stillstand an der Grenze ausmachen.

Lassen Sie Ihre Sendung prüfen

Sie wissen nicht, ob sich für Ihre Ware Sammelgut, eine Teilladung oder ein ganzer Lastwagen mehr lohnt?

Spedimar analysiert Volumen, Gewicht, Strecke, Fristen und zollrechtliche Anforderungen, um die effizienteste Transportlösung zu finden.

Kontaktieren Sie uns mit den Angaben zu Ihrer Sendung: Wir helfen Ihnen, die passende Transportart zu wählen, und koordinieren Transport und Zoll über einen einzigen Ansprechpartner.

Spedimar: nicht nur ein Dienstleister, sondern Ihr Partner für Transporte, internationale Spedition und Zollabwicklung.

Seefracht FCL oder LCL: So funktioniert sie und was sich lohnt

Der Seetransport bewegt über 80 % des weltweiten Warenhandels und ist die meistgenutzte Transportart für Importe aus China, Südostasien, Amerika und dem Nahen Osten. Für Schweizer und Tessiner Unternehmen laufen Seefrachtsendungen fast immer über die grossen Häfen am Mittelmeer (Genua, La Spezia) oder in Nordeuropa (Rotterdam, Antwerpen, Hamburg) und gelangen von dort per Bahn oder Lastwagen nach Chiasso und in die übrige Schweiz.

In diesem Leitfaden erklären wir, wie Seefracht funktioniert, welche Optionen es mit FCL und LCL gibt, welche Dokumente benötigt werden und wie sich Kosten und Laufzeiten optimieren lassen.

Wie funktioniert eine Seefrachtsendung?

Eine internationale Seefrachtsendung folgt einem weitgehend standardisierten Ablauf, jedoch mit vielen Variablen, die Laufzeit und Kosten beeinflussen:

  1. Abholung der Ware beim Lieferanten im Ursprungsland
  2. Strassen- oder Bahntransport zum Abgangshafen
  3. Verladung im Hafen: Stauen im Container, gegebenenfalls Ausfuhrverzollung
  4. Seeweg zum Bestimmungshafen (die Laufzeiten reichen je nach Route von wenigen Tagen bis zu 5–6 Wochen)
  5. Entladung im Hafen: Löschen des Containers, Abstellen auf dem Terminal
  6. Einfuhrverzollung im Ankunftshafen
  7. Nachlauf zum Sitz des Empfängers (Strasse oder Schiene)

An jeder Phase sind andere Akteure beteiligt (Spediteur, Reederei, Terminalbetreiber, Zolldeklaranten, Strassenfrachtführer) – und eine gute Koordination entscheidet darüber, ob eine Sendung reibungslos läuft oder sich verzögert.

FCL und LCL: zwei Varianten, zwei unterschiedliche Logiken

Die erste wichtige Entscheidung betrifft die Versandart. Es gibt zwei Hauptoptionen:

FCL — Full Container Load

Das bedeutet ein ganzer Container exklusiv für einen einzigen Kunden. Die Ware reist allein, in einem vollen oder teilweise beladenen Container, der ausschliesslich dem Empfänger vorbehalten ist.

Vorteile von FCL:

  • Kürzere Transitzeiten (keine Konsolidierung und Dekonsolidierung)
  • Geringeres Risiko von Schäden an der Ware (keine Zwischenumschläge)
  • Höhere Sicherheit (Container wird am Ursprung verplombt)
  • Günstigere Kosten pro Einheit bei hohen Volumen

Wann es sich lohnt: bei Volumen ab etwa 15 m³ oder wenn die Ware empfindlich ist und nicht umgeschlagen werden soll.

LCL — Less than Container Load

Das bedeutet Seefracht-Sammelgut: Die Ware mehrerer Kunden wird in einem gemeinsamen Container konsolidiert. Bezahlt wird nach dem tatsächlichen Volumen (m³) oder Gewicht der eigenen Ware.

Vorteile von LCL:

  • Erschwingliche Kosten für kleine Volumen
  • Ermöglicht den Import von wenigen Paletten, ohne einen ganzen Container füllen zu müssen
  • Höhere operative Flexibilität

Nachteile von LCL:

  • Längere Transitzeiten aufgrund von Konsolidierung und Dekonsolidierung
  • Höheres Schadensrisiko durch Zwischenumschläge
  • Nebenkosten (Handling, Dekonsolidierung im Ankunftshafen), die ins Gewicht fallen können

Wann es sich lohnt: bei Volumen unter etwa 12–15 m³ oder für nicht dringende, gut verpackte Ware.

Containertypen

Die am häufigsten verwendeten Standard-Seecontainer sind:

  • 20′ Dry (20-Fuss-Standardcontainer): rund 33 m³, bis 28 Tonnen
  • 40′ Dry (40-Fuss-Standardcontainer): rund 67 m³, bis 28 Tonnen
  • 40′ HC (High Cube): 40 Fuss mit erhöhter Innenhöhe, rund 76 m³
  • Reefer (Kühlcontainer): für Lebensmittel, Pharmazeutika und temperaturgeführte Produkte
  • Open Top, Flat Rack, Tank: für Spezialgüter, sperrige Güter oder flüssige Massengüter

Die Wahl des richtigen Containers ist entscheidend, um die Kosten zu optimieren und der Art der Ware gerecht zu werden.

Die wichtigsten Dokumente für eine Seefrachtsendung

Eine Seefrachtsendung erfordert spezifische Unterlagen:

  • Konnossement (Bill of Lading, B/L): das wichtigste Transportdokument, Nachweis des Beförderungsvertrags und Traditionspapier über die Ware
  • Handelsrechnung des Lieferanten
  • Detaillierte Packliste
  • Ursprungsnachweis (präferenziell oder nichtpräferenziell)
  • Einfuhrdokument und allfällige Sonderbewilligungen
  • Transportversicherung (für Seefracht empfohlen)
  • Spezifische Zertifikate für kontrollierte Waren (CITES, Gesundheits- und Pflanzengesundheitszeugnisse, Dual-Use)

Das Konnossement ist ein besonders heikles Dokument: Es kann als „Original“ (auf Papier, das dem Empfänger zur Abholung der Ware übergeben wird) oder als „Express Release“ (elektronische Freigabe ohne Originale) ausgestellt werden. Die Wahl hängt von den Handelsvereinbarungen zwischen den Parteien ab.

Incoterms: Wer bezahlt was bei der Seefracht?

Die Bedingungen einer Seefrachtsendung werden durch die Incoterms der Internationalen Handelskammer (Version 2020) geregelt. Die für den Seetransport gebräuchlichsten sind:

  • EXW (Ex Works): Der Lieferant stellt die Ware an seinem Sitz bereit, alles Weitere geht zulasten des Käufers
  • FOB (Free On Board): Der Lieferant liefert die Ware an Bord des Schiffs im Abgangshafen, der Rest geht zulasten des Käufers
  • CIF (Cost, Insurance and Freight): Der Lieferant bezahlt Transport und Versicherung bis zum Bestimmungshafen
  • CFR (Cost and Freight): wie CIF, jedoch ohne Versicherung
  • DAP (Delivered at Place): Der Lieferant liefert an den Bestimmungsort, ausgenommen Einfuhrverzollung und Einfuhrabgaben
  • DDP (Delivered Duty Paid): Der Lieferant liefert an den Bestimmungsort, sämtliche Kosten und Abgaben inbegriffen

Die Wahl des richtigen Incoterms bestimmt, wer was bezahlt, wer die Ware versichert und wer die Zollformalitäten erledigt. Ein häufiger Fehler ist die Wahl ungünstiger Incoterms, ohne deren operative Folgen zu prüfen.

Seefracht in die Schweiz: der typische Weg

Für Schweizer und Tessiner Unternehmen folgt der typische Seefrachtfluss zwei Hauptrouten:

  • Über italienische Häfen (Genua, La Spezia): der kürzeste und direkteste Weg für die meisten Importe aus Asien, Amerika und dem Mittelmeerraum. Die Ware wird anschliessend per Lastwagen oder Bahn über den Grenzübergang Chiasso in die Schweiz befördert
  • Über nordeuropäische Häfen (Rotterdam, Antwerpen, Hamburg): besser geeignet für bestimmte Routen (Nordamerika, Nordeuropa, einige Asienverkehre). Die Ware erreicht die Schweiz über den Korridor Rhein–Alpen

Die Wahl des Löschhafens wirkt sich auf Laufzeiten, Kosten und die Verfügbarkeit intermodaler Angebote aus. Ein erfahrener Spediteur prüft im Einzelfall, welche Route sich am meisten lohnt.

Richtwerte zu Laufzeiten und Kosten

Die Transitzeiten auf See variieren je nach Route stark:

  • China → Genua: 25–35 Tage auf See
  • USA Ostküste → Genua: 12–18 Tage
  • Südostasien → Genua: 20–30 Tage
  • Indien → Genua: 18–25 Tage

Zu diesen Zeiten kommen die Tage für die Hafenabwicklung (Verladung, Entladung, Verzollung) sowie der Nachlauf in die Schweiz hinzu, in der Regel 1–3 Tage vom Hafen bis Chiasso.

Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab: Route, Versandart (FCL/LCL), Containertyp, Saisonalität, Treibstoffkosten (Bunker Surcharge), Überlastung der Häfen. Der Markt für Seefrachtraten ist sehr volatil und hat nach der Pandemie historische Schwankungen erlebt.

Häufige Fehler bei Seefrachtsendungen

Aus unserer täglichen Praxis sind dies die häufigsten Fehler, die Probleme verursachen:

  • Falsche Wahl zwischen FCL und LCL im Verhältnis zum tatsächlichen Warenvolumen
  • Ungeeigneter Incoterm für die tatsächlichen operativen Bedürfnisse des Käufers
  • Nicht seetaugliche Verpackung (Feuchtigkeit, Salzgehalt, Umschläge)
  • Unvollständige Unterlagen, die die Verzollung bei Ankunft blockieren
  • Fehlende Versicherung oder Deckungen, die dem tatsächlichen Warenwert nicht entsprechen
  • Zu optimistische Zeitplanung, die Verzögerungen in der Produktionskette verursacht

Eine gute Planung mit einem erfahrenen Partner vermeidet die meisten dieser Probleme.

Die Rolle des internationalen Spediteurs

An einer Seefrachtsendung sind viele Akteure und Variablen beteiligt. Ein internationaler Spediteur übernimmt für den Kunden den gesamten Vorgang:

  • Auswahl der Reederei und Buchung des Frachtraums
  • Koordination von Vorlauf und Nachlauf
  • Abwicklung der Zollformalitäten bei Ausfuhr und Einfuhr
  • Betreuung der Dokumentation (Konnossement, Zertifikate, Anmeldungen)
  • Beratung zu Incoterms und Versicherungsdeckung
  • Sendungsverfolgung und Bewältigung allfälliger Probleme (Verspätungen, Schäden, Beanstandungen)

Die Spedimar SAGL ist seit 1993 an der Grenze in Chiasso tätig und unterstützt Schweizer und italienische Unternehmen bei Seefrachtsendungen von und nach allen Kontinenten. Wir arbeiten mit den wichtigsten Häfen am Mittelmeer und in Nordeuropa zusammen und übernehmen sämtliche Zoll- und Logistikformalitäten bis zur Endzustellung.

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Zolltransit Schweiz: So funktioniert das Versandverfahren T-CH

Wer Waren durch die Schweiz befördert, die nicht für den Schweizer Markt bestimmt sind, braucht ein spezifisches Zollverfahren: den Zolltransit. In der Schweiz heisst dieses Verfahren T-CH und gehört zu den Instrumenten, die an der Grenze in Chiasso täglich am häufigsten von Unternehmen genutzt werden, die Waren zwischen der Europäischen Union und Drittländern über Schweizer Gebiet bewegen.

In diesem Beitrag erklären wir, was das Versandverfahren T-CH ist, wie es funktioniert, wann es eingesetzt wird und wie es sich von den gemeinschaftlichen Versandverfahren T1 und T2 unterscheidet.

Was ist das Versandverfahren T-CH?

Das T-CH ist das nationale Schweizer Versandverfahren. Es ermöglicht den Transport von Waren über Schweizer Gebiet, ohne dass Zollabgaben und Einfuhrmehrwertsteuer sofort entrichtet werden, da die Ware das Land wieder in Richtung eines anderen Bestimmungsorts verlassen soll.

In der Praxis durchquert die Ware die Schweiz unter Aussetzung der Zollabgaben: Die Abgaben werden durch eine Sicherheit oder eine Bürgschaft sichergestellt, aber nicht tatsächlich bezahlt, weil die Ware nicht in den freien Verkehr des Schweizer Marktes überführt wird.

Das T-CH wird über das System NCTS (New Computerised Transit System) abgewickelt, eine gemeinsame elektronische Plattform der europäischen und Schweizer Zollverwaltungen, mit der jeder Transitvorgang in Echtzeit verfolgt werden kann.

Wann wird das T-CH eingesetzt?

Das Versandverfahren T-CH kommt in verschiedenen operativen Situationen zum Einsatz:

  • Transitware zwischen zwei Drittländern, die die Schweiz durchquert (Beispiel: Sendung von Deutschland nach Italien über den Gotthard)
  • Inländische Beförderung unverzollter Ware von einer Schweizer Zollstelle zu einer anderen (Beispiel: vom Terminal Chiasso zu einem Zolllager in Zürich)
  • Überführungen in Zolllager oder Zollfreilager innerhalb der Schweiz
  • Ausfuhren aus der Schweiz, wenn die Ware bis zum Verschiffungshafen oder zur Ausgangszollstelle von einem Versanddokument begleitet werden muss
  • Indirekte Einfuhren, bei denen die Ware in die Schweiz gelangt, aber erst später bei einer Inlandzollstelle verzollt wird

In all diesen Fällen stellt das T-CH sicher, dass die Ware während der gesamten Beförderung bis zur endgültigen Freigabe unter Zollüberwachung bleibt.

T-CH, T1 und T2: Worin liegen die Unterschiede?

Die Begriffe T1, T2 und T-CH werden oft verwechselt. Die Unterscheidung ist wichtig, weil sich der massgebende Rechtsrahmen ändert.

  • T1: externes gemeinschaftliches Versandverfahren. Es gilt für Waren, die keinen EU-Ursprung haben (oder sich nicht im zollrechtlich freien Verkehr der EU befinden) und das Zollgebiet der Union durchqueren
  • T2: internes gemeinschaftliches Versandverfahren. Es gilt für Waren mit EU-Ursprung oder im freien Verkehr, die aus operativen Gründen während eines Transports durch Drittländer unter Zollüberwachung bleiben müssen (typisches Beispiel: EU-Ware, die zwischen Italien und Deutschland durch die Schweiz befördert wird)
  • T-CH: nationales Schweizer Versandverfahren, verwaltet vom BAZG, gültig auf Schweizer Gebiet

In vielen Praxisfällen ergänzen sich die drei Verfahren: Eine Sendung kann mit einem T1 in der EU starten, die Schweiz mit einem T-CH durchqueren und bei der Wiedereinfuhr in die EU mit einem neuen T1 weiterfahren. Eine lückenlose Dokumentenkette ist entscheidend, um Beanstandungen zu vermeiden.

Das T-CH-Verfahren Schritt für Schritt

Der operative Ablauf eines T-CH-Transits umfasst folgende Schritte:

  1. Eröffnung des Transits bei der Abgangszollstelle mit elektronischer Anmeldung über NCTS
  2. Leistung der Sicherheit (Kaution, Bürgschaft oder Gesamtsicherheit für regelmässige Wirtschaftsbeteiligte)
  3. Anbringen der Zollverschlüsse am Transportmittel, sofern vorgesehen
  4. Beförderung der Ware auf der bewilligten Route mit dem Versandbegleitdokument (TAD)
  5. Gestellung bei der Bestimmungszollstelle innerhalb der festgesetzten Frist
  6. Beendigung des Transits nach Kontrolle von Ware und Zollverschlüssen, mit Erledigung im System NCTS
  7. Freigabe der Sicherheit, sobald die Ordnungsmässigkeit des Vorgangs bestätigt ist

Wird der Transit nicht fristgerecht beendet, wird die Sicherheit in Anspruch genommen, und die Zollabgaben sind so zu bezahlen, als wäre die Ware in den freien Verkehr überführt worden.

Die Sicherheit im Verfahren T-CH

Ein zentraler Aspekt des T-CH ist die von der Zollbehörde verlangte finanzielle Sicherheit. Es gibt verschiedene Formen:

  • Einzelsicherheit: wird für jeden einzelnen Transitvorgang geleistet
  • Gesamtsicherheit: ein übergreifender Sicherheitsrahmen, der mehrere gleichzeitige Vorgänge abdeckt und typischerweise von regelmässigen Wirtschaftsbeteiligten und Spediteuren genutzt wird
  • Befreiung von der Sicherheitsleistung: vorgesehen für AEO-zertifizierte Wirtschaftsbeteiligte oder bei Erfüllung anderer Zuverlässigkeitskriterien

Unternehmen, die regelmässig Sendungen abwickeln, überlassen die Verwaltung der Sicherheit ihrem Zollspediteur, der über eine Gesamtsicherheit verfügt und sämtliche Formalitäten übernimmt.

Risiken und häufige Fehler beim T-CH-Transit

In der täglichen Praxis sind es oft dieselben Situationen, die Probleme verursachen:

  • Nicht fristgerechte Beendigung des Transits wegen Lieferverzögerungen oder Verfahrensfehlern
  • Abweichungen zwischen angemeldeter und beförderter Ware (Gewicht, Packstücke, Beschreibung)
  • Verletzung der Zollverschlüsse während des Transports
  • Fehler bei der bewilligten Route oder bei den angegebenen Durchgangszollstellen
  • Unvollständige Unterlagen bei der Gestellung beim Zoll

Jeder Fehler kann zur Inanspruchnahme der Sicherheit, zu Verwaltungssanktionen und zu betrieblichen Blockaden führen. Deshalb wird die Abwicklung des Transits in der Regel spezialisierten Dienstleistern anvertraut.

Die Rolle des Zollspediteurs beim T-CH

Ein erfahrener Zollspediteur übernimmt für das Unternehmen den gesamten Transitvorgang:

  • Eröffnung und Beendigung des Vorgangs im System NCTS
  • Leistung und Verwaltung der Sicherheit (auch über die eigene Gesamtsicherheit)
  • Prüfung der Unterlagen und der Zollverschlüsse
  • Koordination mit den Frachtführern sowie mit Abgangs-, Durchgangs- und Bestimmungszollstellen
  • Überwachung der Fristen und Bewältigung allfälliger Probleme

Die Spedimar SAGL ist seit 1993 an der Grenze in Chiasso tätig und wickelt täglich Versandverfahren T-CH, T1 und T2 auf der Achse zwischen der Schweiz, Italien und Nordeuropa ab. Dank unserer Gesamtsicherheit können wir Transite rasch eröffnen und beenden – und ersparen Unternehmen den Aufwand, für jede Sendung eine Einzelsicherheit zu leisten.

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TEN-T-Korridore: Was sie sind und warum sie für das Tessin zählen

Wenn von internationaler Logistik zwischen der Schweiz, Italien und Nordeuropa die Rede ist, taucht ein Begriff in offiziellen Dokumenten und strategischen Plänen immer häufiger auf: TEN-T. Gemeint ist das grosse europäische Infrastrukturnetz, das die Verkehrsströme des Kontinents neu ordnet und sich direkt auf Unternehmen auswirkt, die entlang der Achse Chiasso–Mailand–Genua und in Richtung Nordeuropa tätig sind.

In diesem Beitrag erklären wir, was das TEN-T-Netz ist, welche Korridore durch das Tessin führen und warum Unternehmen, die importieren und exportieren, es kennen sollten.

Was ist das TEN-T-Netz?

TEN-T steht für Trans-European Transport Network, also das Transeuropäische Verkehrsnetz. Es handelt sich um ein strategisches Programm der Europäischen Union, das ein integriertes, nachhaltiges und effizientes Infrastruktursystem auf kontinentaler Ebene schaffen soll und dafür Häfen, Flughäfen, Eisenbahnen, Autobahnen und intermodale Terminals miteinander verbindet.

Das Netz ist in zwei Ebenen gegliedert:

  • Kernnetz (Core Network): die vorrangigen strategischen Verbindungen, die bis 2030 fertiggestellt werden sollen
  • Gesamtnetz (Comprehensive Network): die gesamte unterstützende Infrastruktur, die bis 2050 fertiggestellt werden soll

Innerhalb des Kernnetzes sind neun strategische multimodale Korridore definiert, die jeweils einer für die europäische Wirtschaft zentralen Verkehrsachse gewidmet sind.

Die Schweiz und das TEN-T-Netz

Die Schweiz ist nicht Mitglied der Europäischen Union, ist aber über bilaterale Abkommen mit der EU vollständig in das TEN-T-Netz eingebunden. Ihre geografische Lage im Herzen der Alpen macht sie zu einem unverzichtbaren Durchgangsland für die Warenströme zwischen dem Norden und dem Süden des Kontinents.

Die Einbindung erfolgt hauptsächlich über die grossen Alpen-Eisenbahnbauwerke wie Gotthard, Lötschberg und Ceneri, die die Schweiz zur effizientesten intermodalen Transitachse Europas machen.

Die TEN-T-Korridore durch das Tessin

Das Tessin liegt an einer strategischen Position für zwei der neun Hauptkorridore des TEN-T-Netzes:

Korridor Rhein–Alpen (Rhine-Alpine)

Er ist der wichtigste Korridor für das Tessin und verbindet die grossen Nordseehäfen (Rotterdam, Antwerpen, Amsterdam) mit den italienischen Mittelmeerhäfen (allen voran Genua) – über Deutschland, die Schweiz und Italien.

Er führt über Basel, Luzern, Bellinzona, Lugano, Chiasso, Mailand, Genua. Auf diesem Korridor konzentrieren sich die grössten Güterverkehrsvolumen zwischen Nordeuropa und Italien, von denen ein Grossteil genau über die Grenze in Chiasso läuft.

Korridor Rhein–Donau (indirekte Verbindungen)

Auch wenn er nicht direkt durch das Tessin führt, ist der Korridor Rhein–Donau mit dem Korridor Rhein–Alpen verknüpft und trägt zu den Warenströmen zwischen Mitteleuropa, Italien und Osteuropa bei.

Warum TEN-T für Tessiner Unternehmen zählt

Wer im Tessin importiert, exportiert oder Logistik betreibt, für den ist das TEN-T-Netz kein abstraktes Thema: Es hat konkrete Auswirkungen auf das Tagesgeschäft.

  • Kürzere Transitzeiten: Die Alpen-Eisenbahnbauwerke (Gotthard, Ceneri) haben die Fahrzeiten auf der Nord-Süd-Achse deutlich verkürzt
  • Wachsende intermodale Kapazität: mehr Güterzüge, weniger Lastwagen auf den Alpenübergängen, weniger Stau auf der Strasse
  • Öffentliche Investitionen entlang der Achse: neue Terminals, Logistik-Hubs und intermodale Plattformen (Busto Arsizio, Gallarate, Milano Smistamento), die von Chiasso aus in wenigen Stunden erreichbar sind
  • Tiefere Transportkosten für alle, die den kombinierten Verkehr zu nutzen wissen
  • Vereinheitlichung der Verfahren in Zoll und Logistik entlang des Korridors

Unternehmen, die ihre Logistik unter Berücksichtigung des TEN-T-Netzes planen, können oft Zeit und Kosten sparen – im Vergleich zu jenen, die weiterhin nur in klassischen Strassenverbindungen denken.

TEN-T und Intermodalität: die Chance für Versender

Eines der zentralen Ziele des TEN-T-Programms ist die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene. Für Unternehmen eröffnet das neue operative Möglichkeiten:

  • Begleiteter kombinierter Verkehr (ganzer Lastwagen auf dem Zug verladen)
  • Unbegleiteter kombinierter Verkehr (nur Container oder Sattelauflieger auf dem Zug, am Zielort von einer Zugmaschine übernommen)
  • Konventioneller Schienengüterverkehr als volle Wagenladung oder als Sammelgut

Der kombinierte Verkehr ist besonders vorteilhaft für Warenströme zwischen nordeuropäischen Häfen, der Schweiz und Italien, wo Distanzen und Volumen die Bahn bei Kosten, Laufzeiten und Umweltwirkung wettbewerbsfähig machen.

Die Rolle des Spediteurs im TEN-T-Zeitalter

In einem zunehmend intermodalen und integrierten System wird die Rolle des Zoll- und Logistikspediteurs zentral. Es genügt nicht mehr, eine einzelne Zollabfertigung oder einen einzelnen Transport abzuwickeln: Gefragt ist ein Blick auf die gesamte Lieferkette, der Folgendes vereint:

  • Zollabwicklung an der Grenze
  • Koordination mit Strassen- und Bahnfrachtführern
  • Schnittstelle zu intermodalen Terminals und Logistik-Hubs
  • Transportdokumente und Versandverfahren
  • Optimierung von Zeit, Kosten und Verkehrsträgern

Die Spedimar SAGL ist seit 1993 an der Grenze in Chiasso tätig – genau am Schlüsselpunkt des Korridors Rhein–Alpen. Wir kennen die Terminals, die Frachtführer und die operativen Abläufe entlang der gesamten Achse und unterstützen Unternehmen bei der Organisation effizienter Sendungen zwischen der Schweiz, Italien und Nordeuropa.

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Frachtbrief CMR: Praxisleitfaden für Importeure und Exporteure

Wer Waren im internationalen Strassenverkehr versendet oder empfängt, hat mindestens einmal einen Frachtbrief CMR gesehen. Er ist das meistverwendete Transportdokument in Europa, wird aber zugleich oft unterschätzt: Ein fehlerhaft ausgefüllter CMR kann zu Beanstandungen, abgelehnten Versicherungsleistungen und Rechtsstreitigkeiten führen, die sich über Monate hinziehen.

In diesem Leitfaden erklären wir, was der CMR ist, wozu er dient, wie er korrekt ausgefüllt wird und welche Pflichten Frachtführer und Absender haben – mit Praxisbeispielen für alle, die regelmässig zwischen der Schweiz und Italien versenden.

Was ist der Frachtbrief CMR?

Der CMR (Abkürzung des französischen Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route) ist der internationale Frachtbrief für den Gütertransport auf der Strasse. Er beruht auf dem CMR-Übereinkommen von 1956, das von den meisten europäischen Ländern unterzeichnet wurde, darunter auch die Schweiz.

Der CMR ist bei jedem internationalen Strassentransport obligatorisch, bei dem Belade- und Entladeort in zwei verschiedenen Ländern liegen, von denen mindestens eines dem Übereinkommen angehört.

In der Praxis heisst das: Jeder Lastwagen, der mit Ware die Grenze überquert, muss einen korrekt ausgefüllten CMR an Bord haben.

Wozu dient der CMR?

Der Frachtbrief CMR erfüllt drei Hauptfunktionen:

  • Nachweis des Beförderungsvertrags zwischen Absender und Frachtführer
  • Empfangsbestätigung der Ware, die dem Frachtführer zur Beförderung übergeben wurde
  • Haftungsdokument: legt fest, wer für allfällige Schäden, Verluste oder Verspätungen haftet

Er wird auch bei der Verzollung verlangt: An der Grenze wird er zusammen mit der Handelsrechnung und den übrigen Zolldokumenten geprüft.

Wie ist der CMR aufgebaut?

Der Standard-CMR besteht aus nummerierten Feldern (1 bis 24), die sorgfältig auszufüllen sind. Die wesentlichen Angaben sind:

  1. Absender (wer die Ware versendet)
  2. Empfänger (wer die Ware erhält)
  3. Auslieferungsort
  4. Ort und Datum der Übernahme
  5. Beigefügte Dokumente (Rechnung, Packliste, Zertifikate)
  6. Warenbeschreibung (Art, HS-Codes falls verlangt)
  7. Anzahl Packstücke und Art der Verpackung
  8. Bruttogewicht
  9. Volumen (in m³)
  10. Besondere Anweisungen (z. B. ADR, Kühlung, zerbrechlich)
  11. Anweisungen des Absenders für die Zollbehandlung
  12. Unterschrift und Stempel des Absenders
  13. Unterschrift und Stempel des Frachtführers
  14. Unterschrift und Stempel des Empfängers bei der Ablieferung

Das Dokument wird in mindestens drei Originalausfertigungen ausgestellt: eine für den Absender, eine für den Frachtführer und eine, die die Ware bis zum Empfänger begleitet.

Die häufigsten Fehler beim Ausfüllen des CMR

In unserer täglichen Arbeit an der Grenze in Chiasso sehen wir immer wieder dieselben Fehler:

  • Unvollständige oder leer gelassene Felder: machen das Dokument anfechtbar
  • Gewicht und Anzahl Packstücke stimmen nicht mit Rechnung oder Packliste überein
  • Fehlende Unterschrift des Absenders in Feld 22
  • Nicht eingetragene Vorbehalte des Frachtführers bei der Übernahme (z. B. beschädigte Verpackung)
  • Fehlende Zollanweisungen (Feld 13) bei Ware, die für den Zolltransit bestimmt ist
  • Falsche Angabe des tatsächlichen Empfängers bei Dreiecksgeschäften

Jeder Fehler kann zu einem konkreten Problem werden: einer Verzögerung an der Grenze, einem abgelehnten Versicherungsanspruch, einem Rechtsstreit.

Haftung des Frachtführers nach dem CMR-Übereinkommen

Der CMR regelt die Haftung des Frachtführers klar: Von der Übernahme der Ware bis zur Ablieferung haftet der Frachtführer für:

  • Gänzlichen oder teilweisen Verlust der Ware
  • Beschädigung der Ware
  • Überschreitung der Lieferfrist

Die Höchstentschädigung bei Verlust oder Beschädigung ist im Übereinkommen auf 8,33 SZR pro Kilogramm Bruttogewicht der fehlenden oder beschädigten Ware festgelegt (SZR = Sonderziehungsrechte, eine Rechnungseinheit des IWF, derzeit rund CHF 1.20 pro Einheit).

Der Frachtführer ist in bestimmten Fällen von der Haftung befreit: höhere Gewalt, besondere Mängel der Ware, Weisung des Absenders, nicht gemeldete mangelhafte Verpackung.

Für Deckungen über der CMR-Haftungsgrenze hinaus ist eine Zusatzversicherung auf den tatsächlichen Warenwert abzuschliessen.

Elektronischer CMR (e-CMR)

Seit 2008 gibt es auch die elektronische Version des CMR, den e-CMR, geregelt durch ein Zusatzprotokoll zum Übereinkommen. Die Schweiz ist dem Protokoll beigetreten, ebenso Italien und viele weitere europäische Länder.

Der Vorteil des e-CMR ist die vollständige Digitalisierung des Prozesses: keine Papierdokumente mehr, die von Hand unterschrieben werden müssen, sondern digitale Signatur, Echtzeit-Tracking und automatische Archivierung. Die Verbreitung ist noch begrenzt, nimmt aber zu – vor allem auf den Logistikkorridoren zwischen der Schweiz, Italien, Deutschland und den Niederlanden.

CMR und Zoll: die Rolle des Spediteurs

Der CMR ist ein Transportdokument, hat aber direkte Auswirkungen auf die Zollabfertigung. Ein fehlerhaft ausgefüllter CMR kann die Verzollung verlangsamen, Nachforderungen von Unterlagen auslösen und das Unternehmen im schlimmsten Fall Sanktionen aussetzen.

Ein erfahrener Zollspediteur:

  • Prüft die Übereinstimmung von CMR, Rechnung und Packliste, bevor die Ware an der Grenze eintrifft
  • Meldet Unstimmigkeiten rechtzeitig, damit sie ohne Standzeit des Lastwagens korrigiert werden können
  • Wickelt die Zollformalitäten so ab, dass der CMR sofort für die Verzollung verwendet werden kann
  • Unterstützt bei Beanstandungen oder Warenschäden, indem er die Dokumentenkette rekonstruiert

Die Spedimar SAGL ist seit 1993 an der Grenze in Chiasso tätig und wickelt täglich Sendungen mit CMR zwischen der Schweiz, Italien und dem übrigen Europa ab. Unser Team kennt die Besonderheiten beider Seiten der Grenze und unterstützt Unternehmen bei der korrekten Dokumentation der gesamten Sendung.

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AEO-Zertifizierung: Was sie ist und warum sie Exporteuren nützt

Unternehmen, die regelmässig importieren und exportieren, kennen das Problem der Zollkontrollen nur zu gut: Wartezeiten, erneut zu prüfende Unterlagen, blockierte Ware, die dringende Lieferungen aufhält. Es gibt jedoch einen offiziellen Status, mit dem sich diese Zeiten drastisch verkürzen lassen und den viele Schweizer Unternehmen noch nicht kennen: die AEO-Zertifizierung.

In diesem Beitrag erklären wir, was die AEO-Zertifizierung ist, welche konkreten Vorteile sie bringt und welche Voraussetzungen für den Erhalt nötig sind – mit Fokus auf den Schweizer Kontext und die Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union.

Was ist die AEO-Zertifizierung?

AEO steht für Authorized Economic Operator (Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter). Es handelt sich um einen international anerkannten Status, der ein Unternehmen als zuverlässigen und sicheren Partner in der internationalen Lieferkette ausweist.

In der Schweiz wird die Zertifizierung vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) erteilt und entspricht dank Abkommen über die gegenseitige Anerkennung dem AEO-Status der Europäischen Union.

Die Anerkennung umfasst zwei Hauptbereiche:

  • AEO Sicherheit (AEO-S): gewährleistet hohe Sicherheitsstandards in der Lieferkette
  • AEO Zollrechtliche Vereinfachungen (AEO-C): gewährleistet finanzielle Solidität, Einhaltung der Zollvorschriften und Kontrolle der Prozesse

Unternehmen können beide Status (AEO Full) erlangen, um die Vorteile zu maximieren.

Die konkreten Vorteile der AEO-Zertifizierung

AEO zu werden ist nicht nur eine Frage des Images: Der Status bringt messbare operative Vorteile in Bezug auf Zeit, Kosten und Zuverlässigkeit.

  • Weniger Zollkontrollen: geringere Häufigkeit physischer und dokumentarischer Prüfungen an der Grenze
  • Bevorzugte Abfertigung: Priorität bei Kontrollen, wenn diese notwendig sind
  • Schnellere Verzollung: deutlich kürzere Zeiten bis zur Freigabe der Ware
  • Internationale Anerkennung: Gültigkeit in der EU, der Schweiz, Norwegen, Japan, den USA, China und vielen weiteren Ländern dank Abkommen über die gegenseitige Anerkennung
  • Besserer Ruf im Geschäftsverkehr: Der AEO-Status ist eine Visitenkarte gegenüber internationalen Partnern und Kunden
  • Erleichterter Zugang zu weiteren Zollvereinfachungen und besonderen Verfahren (z. B. vereinfachte Verfahren, periodische Zollanmeldungen)

Für ein Unternehmen mit grossen Volumen können die Einsparungen bei Wartezeiten an der Grenze und bei den Betriebskosten bereits in den ersten Monaten beträchtlich sein.

Voraussetzungen für die AEO-Zertifizierung

Um den AEO-Status zu erhalten, muss das Unternehmen nachweisen, dass es einige grundlegende Anforderungen erfüllt:

  1. Einhaltung der Zollvorschriften: keine schwerwiegenden Verstösse gegen Zoll- und Steuerrecht in den letzten 3 Jahren
  2. Geeignetes Buchführungs- und Logistiksystem: lückenlose Rückverfolgbarkeit der Waren- und Dokumentenflüsse
  3. Zahlungsfähigkeit: gesunde wirtschaftliche Lage, nachweisbar durch Jahresabschlüsse und Kennzahlen
  4. Sicherheitsstandards (für AEO-S): angemessene physische und IT-Sicherheitsmassnahmen, Zutrittskontrolle, Schulung des Personals, Auswahl der Lieferanten und Transporteure

Das Unternehmen muss einen sehr detaillierten Selbstbewertungsfragebogen ausfüllen, den das BAZG prüft, bevor das offizielle Audit beginnt.

Wie lange dauert die Zertifizierung?

Das gesamte Verfahren dauert im Durchschnitt 6 bis 12 Monate und gliedert sich in drei Phasen:

  1. Interne Vorbereitung: Analyse der Prozesse, Ermittlung der Lücken, Umsetzung der Korrekturmassnahmen
  2. Ausfüllen des Fragebogens zur Selbstbewertung und Einreichung des Antrags
  3. Audit durch das BAZG: Dokumentenprüfungen und Besichtigungen vor Ort

Unternehmen, die sich strukturiert vorbereiten – oft mit Unterstützung eines erfahrenen Zollberaters –, können die Dauer deutlich verkürzen und Nachforderungen vermeiden.

Für welche Unternehmen lohnt sich die AEO-Zertifizierung?

Die AEO-Zertifizierung ist besonders vorteilhaft für:

  • Regelmässige Exporteure und Importeure mit einem bedeutenden Volumen an Zollabfertigungen
  • Unternehmen mit komplexen internationalen Lieferketten und Lieferanten sowie Kunden in mehreren Ländern
  • Akteure aus Logistik und Transport (Spediteure, Frachtführer, Terminalbetreiber)
  • Unternehmen, die mit institutionellen Kunden oder grossen Konzernen zusammenarbeiten, die zertifizierte Partner verlangen
  • Firmen, die sich als zuverlässige und sichere Partner im Markt abheben wollen

Bei Unternehmen mit sehr geringem Zollvolumen ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Einzelfall zu prüfen. Für alle, die regelmässig importieren oder exportieren, ist die AEO-Zertifizierung jedoch eine Investition, die sich rasch auszahlt.

Die Rolle des Zollspediteurs auf dem Weg zum AEO

Den Weg zur AEO-Zertifizierung ohne fachkundige Unterstützung zu gehen, ist komplex und führt oft zu abgelehnten Anträgen oder Nachforderungen, die das Verfahren verlängern. Ein erfahrener Zollpartner kann:

  • die bestehenden Unternehmensprozesse analysieren und Lücken aufzeigen
  • beim Ausfüllen des Selbstbewertungsfragebogens unterstützen
  • bei der Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen und internen Kontrollen helfen
  • die Dokumentation für das Audit des BAZG vorbereiten
  • das Unternehmen während der Inspektionsbesuche begleiten

Die Spedimar SAGL ist seit 1993 an der Grenze in Chiasso tätig und unterstützt Tessiner und italienische Unternehmen bei Zollformalitäten, besonderen Zollverfahren und Zertifizierungsprozessen. Wir kennen die Anforderungen des BAZG aus nächster Nähe und wissen, welche Best Practices zum Bestehen des AEO-Audits führen.

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Zollanmeldung Schweiz: Unterlagen und Ablauf im Überblick

Jedes Unternehmen, das Waren in die Schweiz importiert oder aus der Schweiz exportiert, kommt an der Zollanmeldung nicht vorbei. Sie ist ein obligatorischer Schritt, geregelt vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), und bestimmt die Zollabgaben, die Einfuhrmehrwertsteuer und die Ordnungsmässigkeit der Sendung.

Eine fehlerhafte Zollanmeldung führt häufig zu blockierter Ware, Sanktionen und unerwarteten Kosten. In diesem Leitfaden erklären wir, was eine Zollanmeldung ist, welche Dokumente benötigt werden und wie das Verfahren abläuft – mit Blick auf die Praxis eines Teams, das an der Grenze in Chiasso täglich Verzollungen abwickelt.

Was ist eine Zollanmeldung?

Die Zollanmeldung ist das offizielle Dokument, mit dem ein Unternehmen den Schweizer Zollbehörden Art, Ursprung, Wert und Bestimmung der Ware mitteilt, die die Grenze passiert. Sie ist die Grundlage für die Berechnung der Zollabgaben, der Einfuhrmehrwertsteuer und allfälliger Monopolgebühren.

In der Schweiz erfolgt die Anmeldung über das elektronische System eDec Import (für Einfuhren) bzw. eDec Export (für Ausfuhren), das direkt vom BAZG betrieben wird.

Erforderliche Dokumente für die Zollanmeldung

Für eine korrekte Zollanmeldung benötigen Sie folgende Dokumente:

  • Handelsrechnung mit detaillierter Warenbeschreibung, Wert, Währung und Incoterms
  • Packliste (Kolliliste mit Brutto- und Nettogewicht)
  • Transportdokument (Frachtbrief CMR für den Strassentransport, Konnossement für den Seeweg, AWB für die Luftfracht)
  • Ursprungsnachweis (EUR.1, ATR, nichtpräferenzielles Ursprungszeugnis)
  • Korrekte Zolltarifnummer (HS-Code) für jeden Artikel
  • Bewilligungen oder Sondergenehmigungen für Waren mit Beschränkungen (Lebensmittel, Pharmazeutika, ADR, gekennzeichnete Textilien)

Ein häufiger Fehler ist die falsche Zolltarifierung des HS-Codes: Sie verändert den anwendbaren Zollansatz und kann noch Jahre später zu Beanstandungen führen.

So läuft das Verfahren in der Praxis ab

Der operative Ablauf einer Einfuhrzollanmeldung in der Schweiz umfasst vier Phasen:

  1. Erhalt der Dokumente vom Lieferanten oder vom Transporteur
  2. Prüfung und Tarifierung der Ware (HS-Code, Ursprung, Wert, Zollverfahren)
  3. Erstellung und Übermittlung der Zollanmeldung über eDec
  4. Freigabe der Ware nach Bezahlung der Zollabgaben und der Mehrwertsteuer

Eine Standard-Zollanmeldung wird bei vollständigen und korrekten Unterlagen innert weniger Stunden bearbeitet. Bei einer physischen Kontrolle oder einer Dokumentenprüfung kann es 1–2 Arbeitstage dauern.

Was kostet eine Zollanmeldung?

Die Kosten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:

  • Direkte Kosten: Zollabgaben (abhängig von Ware und Ursprung), Einfuhrmehrwertsteuer (8,1 % Normalsatz, 2,6 % reduzierter Satz), statistische Gebühren
  • Dienstleistungskosten: der Tarif, den der Spediteur für die Zollabfertigung verrechnet

Wer auf einen erfahrenen Zollspediteur setzt, vermeidet deutlich höhere versteckte Kosten: falsch berechnete Zollabgaben, blockierte Ware, Verwaltungssanktionen oder den Verlust von Präferenzbehandlungen wegen unvollständiger Ursprungsnachweise.

Warum sich die Zollanmeldung durch einen Spediteur lohnt

Zollformalitäten intern abzuwickeln erfordert laufende Weiterbildung, Zugang zu den Systemen des BAZG, Kenntnis der internationalen Abkommen (EU, EFTA, Präferenzabkommen) und ständige Aktualisierung bei Gesetzesänderungen. Für die meisten Unternehmen, die mit der Schweiz importieren und exportieren, ist die Zusammenarbeit mit einem zertifizierten Zollspediteur die effizienteste Wahl.

Die Spedimar SAGL ist seit 1993 an der Grenze in Chiasso tätig, einem der wichtigsten Zollübergänge zwischen der Schweiz und Italien. Wir bearbeiten täglich eDec-Zollanmeldungen, Ursprungsnachweise, Versandverfahren T1/T2, T-CH sowie Abfertigungen für Spezialwaren (ADR, Lebensmittel, Textilien).

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